Deutsch-Französisches Seminar Caen-Würzburg

Vom 19. bis 24. Februar 2006 fand einmal mehr das deutsch-französische Seminar der beiden juristischen Partnerfakultäten Caen und Würzburg statt. Eine Gruppe von 12 Studierenden aus Caen war zusammen mit ihren Dozenten zu Gast in Würzburg.

 

Die organisatorische Leitung des Seminars oblag Prof. Dr. Christoph Weber, die fachliche Verantwortung trugen auf deutscher Seite außerdem Prof. Dr. Oliver Remien (Bürgerliches Recht), Prof. Dr. Dieter H. Scheuing (Europarecht), Prof. Dr. Frank Zieschang (Strafrecht). Auf französischer Seite oblag die Leitung Frau Prof. Dr. Jocelyne Vallansan. Unterstützt wurde sie von Herrn Prof. Dr. Jean-François Akandji-Kombé sowie Frau Agnes Cerf, Maître de Conférence.

 

In fachlicher Hinsicht hatte die diesjährige Veranstaltung einen europarechtlichen und zwei rechtsvergleichende Schwerpunkte im Bereich des Zivilrechts und des Strafrechts. Die einzelnen Themen wurden jeweils parallel von einem französischen und einem deutschen Studenten bearbeitet und in den Seminarsitzungen vorgestellt. Im Anschluss an die einzelnen Vorträge fanden ausführliche Diskussionsrunden statt. Vor dem Hintergrund der dynamischen Entwicklung der Europäisierung des Rechts bestand das Ziel des Seminars darin, das gegenseitige Verständnis für die damit einhergehenden spezifischen Probleme zu fördern und dabei insbesondere einen Einblick in die juristische Auseinandersetzung mit den jeweiligen Fragen im anderen Land zu erhalten. Sowohl die Referate als auch die sich anschließenden Diskussionen waren auf hohem Niveau angesiedelt und brachten eine Fülle neuer Erkenntnisse über die jeweils andere, aber auch die eigene Rechtskultur und ihre Stellung im europäischen Einigungsprozess.

 

Neben den fachlichen Gesprächen stand aber auch und gerade der persönliche Kontakt und Austausch im Vordergrund. Gerade dies macht den besonderen Reiz eines solchen Seminars aus. Die Tatsache, dass die französischen Gaststudenten privat bei den deutschen Seminarteilnehmern untergebracht waren, hat dabei sicherlich von Anfang an ein schnelles Kennenlernen begünstigt. Aber auch das abwechslungsreiche Rahmenprogramm hat dazu beigetragen, dass die Stimmung unverkrampft war und der Austausch zwischen den französischen und den deutschen Studierenden sehr schnell und trotz mancher Verständigungsschwierigkeiten erstaunlich gut funktionierte. Noch am ersten Abend konnten in geselliger Runde bei einem von den Würzburgern organisierten Abendessen im Gewölbekeller der Alten Universität erste Kontakte geknüpft werden. Bestehende Hemmnisse wurden hier spätestens bei oder vielmehr durch ein paar Gläser Frankenwein erfolgreich beseitigt.

 

Als weitere Aktivitäten standen in der Seminarwoche noch eine Stadtführung mit anschließender Weinprobe im Residenzkeller, ein Empfang im Rathaus durch die stellvertretende Bürgermeisterin und ein Besuch der Stadt Bamberg mit anschließender Brauereiführung auf dem Programm. Auch die einschlägigen Kneipen und Diskotheken wurden bei den abendlichen Streifzügen durch Würzburg natürlich nicht ausgelassen. Dabei konnten auch die Professoren ihre „diesbezügliche Kondition“ unter Beweis stellen. Dass an viel Schlaf nicht zu denken war, muss wohl nicht näher ausgeführt werden.

 

Stud. iur. Christoph Bauer