Erfahrungsberichte der drei deutschen Teilnehmer

Mit einem Stipendium...

Für das Reisestipendium mussten die Bewerber einen kurzen Essay zum Thema "Gerechtigkeit" verfassen. Mit ihren guten Aufsätzen konnten sich folgende Studierende durchsetzen:

Marie-Luise Dittmer studiert BWL, Politische Wissenschaft und Soziologie im 7. bzw. 9. Semester

Sie schrieb einen Essay zum Thema "Der Beginn der spätmodernen Gerechtigkeitsdebatte oder: Rawls ´Theorie der Gerechtigkeit´". Darin beschäftigt sich die Studentin mit einigen Fragen der Güterverteilung und der normativen Bedingtheit von Institutionen, die durch Rawls Werk aufgeworfen werden. Im Einzelnen geht sie auf die idealistischen Prinzipien und Prämissen ein, denen Rawls Konzeption der Gerechtigkeit zugrunde liegen. Seinen Verdienst sieht sie trotz aller Kritik darin, dass er das Thema wieder aufgegriffen und erneut zum Gegenstand der Forschung gemacht hat.

Konstantin Schendzielorz studiert Political and Social Studies im 4. Semester

Er setzte sich mit dem Thema „A Theory of Justice: Rawls Konzeption der Gerechtigkeit als Grundlage moderner Gesellschaften?“ auseinander. Dabei untersucht er die Theorie von Rawls kritisch und arbeitet einige Schwachstellen sowie positive Seiten der Theorie heraus. Als einen Kritikpunkt führt er die individuelle Einstellung der Mitglieder einer Gesellschaft an, die trotz der Existenz objektiver gerechter Rahmenbedingungen zu Ungerechtigkeiten im gegenseitigen Handeln führen kann. Den größten Kritikpunkt sieht er in Rawls fehlender Begründung, wofür Gerechtigkeit eigentlich von Bedeutung ist. Letztlich hält Schendzielorz "A Theory of Justice" aber für einen gelungenen Ansatz zur Schaffung sozial gerechter Rahmenbedingungen einer Gesellschaft.

Franziska Schweiger studiert Rechtswissenschaften im 4. Semester

Die Teilnehmer der Sommerschule beim Seminar

Sie schrieb einen Essay zum Thema „Was ist Gerechtigkeit? Und wie gerecht ist die Justiz?“ Darin zeigt sie anhand des aktuellen Kachelmann-Prozesses auf, wie zerbrechlich Wahrheit ist. Weiter fragt sie, ob Wahrheit in der Justiz zur Ansichtssache werden darf. Basierend auf einem aktuellen Fall beschreibt Schweiger, auf welche Schwierigkeiten ein einfacher Bürger, der seine Unschuld nicht beweisen kann, auch in Deutschland treffen kann und - wie sich im Nachhinein herausstellt - letztlich wohl doch zu Unrecht eine langjährige Haftstrafe verbüßen muss. Bei der Frage, was Gerechtigkeit ist, macht die Studentin anhand verschiedener Gereechtigkeitsbegriffe einiger bedeutender Philosophen deutlich, dass es keinen einheitlichen Begriff gibt. Trotzdem hofft sie für die Zukunft, dass die Zielsetzung der Justiz weiterhin in dem Streben nach Gerechtigkeit besteht.

Die Stipendiaten Marie-Luise Dittmer, Franziska Schweiger, Konstantin Schendzielorz sowie Stephanie Schwarz vom Institut für Slavistik und Natalja Maslenkova, Leiterin der Sommerschule

... nach Samara

Nach einigen Vorbereitungen ging es für die drei Studierenden der Uni Würzburg am 15. August endlich auf nach Samara. In den nun folgenden zwei Wochen sammelten sie ganz unterschiedliche Endrücke in der russischen Millionenstadt.

Die Sommerschule bot ein inhaltlich sehr breit gefächertes Programm; Filme und viele Gruppenarbeiten brachten dabei viel Abwechslung.

Am Ende der Sommerschule sollte gruppenweise je ein eigenes Projekt zum Thema Gerechtigkeit präsentiert werden. Klare Unterschiede oder Gemeinsamkeiten zwischen Russland und Deutschland herauszustellen, war dabei nicht einfach und die Ergebnisse auch wohl kaum abschließend. Natürlich ist der Unterschied zum Beispiel beim sprachlichen Umgang und der Begriffsherleitung deutlich auszumachen; bei vielen anderen Themen hingegen waren vielzählige Meinungen und Ansichten vorherrschend und eher schwer in die „typisch deutsch“- bzw. „typisch russisch“-Schublade zu sortieren.

Neben der Sommerschule blieb den Studierenden auch Zeit, die Stadt zu erkunden, in der Wolga zu schwimmen oder sich mit den russischen Studenten über deren Kultur oder Vorstellung vom Leben auszutauschen.

Rückblickend schätzen die Teilnehmer der Sommerschule ihre Zeit in Samara als sehr wertvoll und bereichernd ein.

Was die Studierenden jeweils konkret erlebt haben und was sie begeisterte oder schockierte, können Sie in den einzelnen Erfahrungsberichten nachlesen.

Projektsprecher Prof. Dr. Dr. Eric Hilgendorf     Domerschulstr. 16     97070 Würzburg     Tel. (09 31) 31-82303

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