Interkulturelle Kompetenz
„Andere Länder, andere Sitten“ lautet eine vielzitierte Lebensweisheit. Doch die kulturellen Unterschiede beschränken sich nicht nur auf die folkloristischen Gebräuche, die ein Tourist freudig bestaunt. Sie betreffen Sprache, Gestik, Verhaltens- und Umgangsformen, Höflichkeit, Religion, Weltanschauung und Weltdeutung, Werte und Normen u.v.m..
Infolge der Mannigfaltigkeit dieser kulturellen Erscheinungen besteht ein erhöhtes Potential für Missverständnisse, wenn sich Angehörige verschiedener Kulturen begegnen. Bereits auf der Ebene einfachster zwischenmenschlicher Kommunikation kann eine freundlich gemeinte Bewegung vom Gegenüber als Unhöflichkeit oder persönliche Geringschätzung missverstanden werden und das Verhältnis der Beteiligten trüben, bevor es überhaupt begonnen hat.
Unter interkultureller Kompetenz versteht man die Fähigkeit, im Umgang mit Angehörigen anderer Kulturen Missverständnisse infolge unterschiedlicher Prägung zu erkennen und zu analysieren und dadurch bedingte Konflikte lösen bzw. bestenfalls von vornherein vermeiden zu können. Im Zeitalter von Globalisierung und Internationalisierung ist dies eine wichtige Voraussetzung für das erfolgreiche Auftreten und Zusammenarbeiten im kulturübergreifenden Geschäftsverkehr in In- und Ausland.
Doch ist interkulturelle Kompetenz mehr als ein bloßer Aufzählungspunkt auf der stetig wachsenden Liste im Berufsleben relevanter "soft skills". Auch im privaten Bereich ist sie von großer Bedeutung; dies gilt nicht nur für Aufenthalte im Ausland jenseits von Touristenhochburgen, sondern angesichts von Migration und der wachsenden Multikulturalität auch für das alltägliche Leben im Inland.

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