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Deutsch Intern
    Lehrstuhl Prof. Dr. Anja Amend-Traut

    Schwerpunktbereich 1: Grundlagen des Rechts

    SPB 1: Grundlagen des Rechts - Allgemeines/Inhalt

    DozentInnen

    • Prof. Dr. Anja Amend-Traut (Sprecherin)
    • Prof. Dr. Wolfram Buchwitz
    • Prof. Dr. Dr. Eric Hilgendorf
    • Prof. Dr. Florian Meinel
    • Prof. Dr. Martin Rehak
    • Prof. Dr. Steffen Schlinker

    Lehrveranstaltungen

    • Rechtsgeschichte vertieft (Privatrechtsgeschichte bzw. Geschichte der Rechtspflege) (2 SWS)
    • Römisches Privatrecht (2 SWS)
    • Kirchenrecht (2 SWS)
    • Rechtsphilosophie vertieft (2 SWS)
    • Staatsstrukturen und Staatsideen (2 SWS)
    • Rechtssoziologie (2 SWS)
    • Rechtstheorie und Methodenlehre (2 SWS)
    • Seminar (2 SWS)

    Weitere Informationen zu den Veranstaltungen entnehmen Sie bitte dem Studienplan.

    Beschreibung der Lehrveranstaltungen

    Privatrechtsgeschichte

    Im Mittelpunkt der Veranstaltung steht die historisch-rechtsvergleichende Entwicklung des Privatrechts der europäischen Länder, ausgehend von dessen römisch-kanonischen Wurzeln. Dieses an den mittelalterlichen Universitäten gelehrte, universelle Recht hat die nationalen Rechtsordnungen Europas maßgeblich beeinflusst. Die moderne Zivilrechtswissenschaft wie unser Rechtsdenken überhaupt können vollständig nur durchdrungen und verstanden werden, wenn dieses als Ius commune oder gemeines Recht bezeichnete Fundament in das Bewusstsein aufgenommen wurde.
    Die moderne Internationalisierung der Juristenausbildung erscheint vor dem historischen Hintergrund nachgerade als deren Fortsetzung. Dieses Kontinuum zeichnet die Veranstaltung nach, indem zunächst, ausgehend von der Wiederbelebung des Römischen Rechts in Europa im 12. Jahrhundert, über dessen Zusammentreffen mit dem deutschen Rechtsstil des Usus modernus an der Wende vom 15. zum 16. Jahrhundert beleuchtet wird. Weitere Stationen sind das Einwirken des Naturrechtsgedankens auf das Privatrecht bis zum Vernunftrecht der Aufklärung, die in die große Welle der Kodifikationen des 18. Jahrhunderts münden, die Historische Schule der Rechtswissenschaft und die Kodifikationen des Privatrechts, die das 19. Jahrhundert für Deutschland zuwege brachte. Schließlich trägt auch die Privatrechtsgeschichte des 20. Jahrhunderts mit den Licht- und Schattenseiten des Gesetzespositivismus und der Interessenjurisprudenz vor dem Hintergrund der politischen Ereignisse dieser Zeit zum Verständnis des heute geltenden Rechts maßgeblich bei.

    Römisches Privatrecht

    Das römische Privatrecht ist eine der wichtigsten Grundlagen der europäischen Rechtskultur. Die entsprechenden Zusammenhänge zwischen dem antiken und dem modernen Recht werden schon in der Grundlagenvorlesung "Europäische Zivilrechtstradition" vermittelt, vor allem im Bereich des Schuld- und Sachenrechts. Darauf baut die Vorlesung "Römisches Privatrecht" auf und behandelt vor allem die Bereiche des Familien- und Erbrechts. Studierende erhalten einen vertieften Einblick in die Inhalte des antiken römischen Rechts und werden in die Lage versetzt, das Privatrecht aus einer breiteren, historisch-rechtsvergleichenden Perspektive besser zu verstehen.

    Optionale Veranstaltung: Digestenexegese

    In der Veranstaltung "Digestenexegese" werden Quellen aus dem antiken römischen Recht gelesen, übersetzt und gemeinsam inhaltlich diskutiert. Auf diese Weise erhalten die Studierenden einen unmittelbaren und forschungsnahen Einblick in die Methodik der rechtshistorischen Quellenanalyse. Thematisch wird jedes Semester ein anderer Bereich des römischen Rechts behandelt. Die Digestenexegese ist in der Regel in das Studienarbeitsseminar integriert, das Prof. Buchwitz jeweils anbietet (siehe Aushang). Sie kann aber auch ohne Seminarteilnahme als Kolloquium oder als propädeutisches Seminar besucht werden.

    Kirchenrecht

    Die Vorlesung bietet einen Überblick über die kirchliche Rechtsgeschichte von den Anfängen bis in die Gegenwart. Ausgehend von der Geschichte der Rechtsquellen werden dabei auch die materiellen Regelungsgegenstände des kanonischen Rechts summarisch beleuchtet und wichtige Etappen der Entwicklung des staatlichen Religionsrechts in der Neuzeit aufgezeigt.

    Rechtsphilosophie vertieft

    Die Vorlesung dient der vertieften Beschäftigung mit dem Pflichtstoff der Rechtsphilosophie. Sie behandelt, zumeist anhand ausgewählter Texte, zentrale Themen und Autoren der Geschichte der Rechtsphilosophie seit der Antike, aber auch Themen der Rechtsphilosophie der Gegenwart. Sie soll aber nicht nur der Stoffvermittlung dienen, sondern durch die gemeinsame Diskussion von Texten und Fragestellungen das selbständige Durchdenken rechtsphilosophischer Probleme einüben.

    Staatsstrukturen und Staatsideen

    Staatsstrukturen und Staatsideen prägen das Vorverständnis von Recht, vor allem die Idee des Öffentlichen Rechts. Die Vorlesung verbindet die klassischen Fragestellungen der Allgemeinen Staatslehre (Was ist ein Staat? Wie legitimiert sich Herrschaft? Was unterscheidet unterschiedliche Staaten und Herrschaftssysteme voneinander? Was ist Herrschaft jenseits des Staates?) mit denen der Verfassungsgeschichte (Wie sind staatliche Strukturen historisch entstanden? Wie haben sie sich verändert? Welche historischen Transformationsprozesse haben den heutigen Typus des europäischen Staates hervorgebracht?). Die Vorlesung widmet sich also der Frage, wie die historische Veränderung der Idee von Staatlichkeit mit der historischen Veränderung der politischen Organisationsform „Staat“ in der Neuzeit vor allem seit dem Beginn der Moderne zusammenhängt – und welche Rolle bei alldem das Recht spielte und spielt.

    Rechtssoziologie

    Recht ist gesellschaftlich geprägt und entscheidet soziale Konflikte, Jurist*innen sind eine distinkte soziale Gruppe, die Chancen, Recht zu bekommen, hängen vom Status in der Gesellschaft ab, kurz: Wer die Gesellschaft verstehen will, muss die Rechtsordnung verstehen, nach der sie funktioniert. Die Vorlesung vermittelt einen theoretischen Überblick über die Geschichte und heutige Vielfalt rechtssoziologischen Denkens und führt in die wichtigsten Forschungsfelder, Begriffe und Fragestellungen der Rechtssoziologie ein.

    Rechtstheorie und Methodenlehre

    Eine reflektierte juristische Arbeitsweise (Methode) ist stark von theoretischen Vorannahmen über Recht abhängig. Gleichzeitig ist Recht eine Praxis: Was es »ist«, ist nicht unabhängig von den Problemen seiner Anwendung. Ziel der Vorlesung ist es, ein Grundverständnis methodologischer und rechtstheoretischer Probleme zu wecken und damit zugleich die eigene Arbeitsweise in allen anderen juristischen Fächern durch kritische Reflexion zu verbessern. Es geht um Fragen wie: Was ist eigentlich Recht? Woraus besteht es? Warum muss Recht interpretiert werden und was ist Interpretation? Wie unterscheiden sich Interpretationsregeln von Rechtsregeln? Was ist Subsumtion? Wie unterscheiden sich heutige Vorstellungen von (richtiger) juristischer Methode von historisch älteren? Gibt es Recht jenseits von Sprache? Welche Bedeutung hat die Rechtsvergleichung als juristische Methode? Gibt es methodische Regeln der Rechtskritik?

    Wichtiger Hinweis zur Korrektur der studienabschließenden Klausur

    Im Schwerpunkt Grundlagen des Rechts werden keine Eil-/Schnellkorrekturen hinsichtlich der studienabschließenden Klausuren durchgeführt. Das bedeutet, dass keine vorgezogene Korrektur einzelner Arbeiten erfolgt. Die Arbeiten werden von Erst- und Zweitkorrektor in Anlehnung an das Verfahren im Ersten Juristischen Examen jeweils „en bloc“ korrigiert, um in jedem Fall eine Anonymität der Korrektur sicherzustellen und bei der Bewertung das Gesamtbild der eingereichten Arbeiten berücksichtigen zu können.

    Bitte beachten Sie, dass Studierenden, welche die studienabschließende Klausur nicht während des Studiums (laut Studienplan ab dem 7. Semester), sondern erst nach dem schriftlichen Teil des Ersten Juristischen Staatsexamens ablegen, nicht garantiert werden kann, dass sie im nächsten direkt anschließenden Termin mit dem Referendariat beginnen können.