Auftaktveranstaltung des Würzburger Legal Data Science Forum
| Datum: | 12.06.2026, 09:00 Uhr |
Tagung zu Technik und Regulierung von Rechtsagenten
Die Rechtsinformatik galt lange Zeit als Nischenfach. Das hat sich im Zuge der Fortentwicklung künstlicher Intelligenz fundamental verändert. Große Sprachmodelle haben das Potenzial, die Rechtsrecherche sowie die Auslegung und Anwendung des Rechts grundlegend zu verändern. Voraussetzung hierfür ist die Überführung zentraler Bausteine traditioneller juristischer Arbeit in agentische Systeme. Solche Systeme können Aufgaben wie die Sachverhaltsermittlung, die Identifikation und Auslegung einschlägiger Rechtsnormen sowie die Subsumtion eigenständig übernehmen.
An der Schnittstelle zwischen Rechtstheorie und Rechtsinformatik stellt sich dabei die Herausforderung, Rechtswissenschaft als eine Form der Datenwissenschaft zu begreifen. Juristische Textgattungen – etwa Urteile oder Gesetzeskommentare – müssen in ihrer inneren Logik analysiert und so aufbereitet werden, dass sie für die Verarbeitung durch große Sprachmodelle anschlussfähig sind.
Aus normativer Perspektive stellt sich die Frage, welche rechtlichen Vorgaben für den Einsatz solcher Systeme sowohl in der Rechtspraxis zu beachten sind.
Die Auftaktveranstaltung des Würzbuger Legal Data Science Forum zum Thema "Wiedergeburt der Rechtsinformatik: Technik und Regulierung von Rechtsagenten" greift drei zentrale Themen dieses Forschungskontextes auf.
Der erste Themenkomplex „Legal Data Science“ blickt auf die Entwicklung und Probleme der Rechtsinformatik zurück und leuchtet das Potential aus, das sich mit der Forschungsperspektive einer juristischen Datenwissenschaft verbindet.
Der zweite Themenkomplex ist zwei zentralen Grundfragen agentischer Rechtsarbeit gewidmet. Hierzu gehört es, Rechtstexte als Datenquelle zu begreifen und Strategien zu entwickeln, wie mit dem Bias generativer KI umzugehen ist.
Der dritte Themenkomplex analysiert den Einsatz von KI-Agenten in der Justiz sowohl im Hinblick auf seine Zulässigkeit de lege lata als auch auf mögliche regulatorische Gestaltungsoptionen de lege ferenda.
Anmeldung
Die Teilnahme an der Tagung ist kostenfrei möglich. Zur Anmeldung gelangen Sie hier.
Weitere Informationen finden sich im Tagungsflyer.
Sponsoren
Wir danken unseren Sponsoren für die großzügige Förderung der Tagung:
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Tagungsprogramm
| 09:00 Uhr | Begrüßung durch die Veranstalter |
| 09:05 Uhr | Grußwort des Vizepräsidenten der Universität Würzburg |
| Teil I: Rechtswissenschaft als Legal Data Science | |
| 09:15 Uhr | Geschichte der Rechtsinformatik Prof. Dr. Enrico Peuker, JMU Würzburg |
| 09:45 Uhr | Probleme von Rechtsinformatik und Informationsrecht Prof. Dr. Dr. Eric Hilgendorf, JMU Würzburg |
| 10:15 Uhr | Recht als Datenwissenschaft Prof. Dr. Ralf P. Schenke, JMU Würzburg |
| 10:45 Uhr | Diskussion und Kaffeepause |
| Teil II: Grundfragen agentischer Rechtsarbeit | |
| 11:30 Uhr | Rechtstexte als Datenquelle Prof. Dr. Alexander Tischbirek, Universität Regensburg |
| 12:00 Uhr | Bias Dr. Luisa Wendel, Georg-August-Universität Göttingen |
| 12:30 Uhr | Diskussion und Mittagsimbiss |
| Teil III: KI-Agenten in der Justiz | |
| 14:00 Uhr | Die Perspektive der Wissenschaft Prof. Dr. Maren Wöbbeking, Ruhr Universität Bochum |
| 14:30 Uhr | Die Perspektive der Praxis Ministerialrat Dr. Martin Wachter, |
| 15:00 Uhr | Diskussion |
| 15.15 Uhr | Schlusswort |


