Kongo Forum Junge Rechtswissenschaft
Kongo Forum Junge Rechtswissenschaft an der Universität Würzburg
Am Freitag, den 5. Dezember 2025, fand an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg das Kongo Forum Junge Rechtswissenschaft statt. Die JMU Würzburg hat sich in den vergangenen Jahren zu einem wichtigen Anlaufpunkt für aus dem Kongo stammende Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler, insbesondere im Bereich der Rechtswissenschaften, entwickelt. Ziel des Forums war es, den Austausch untereinander sowie mit deutschen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern zu vertiefen und so den wissenschaftlichen Dialog zu fördern.
Das Forum wurde von Prof. Dr. Christoph Weber, Prof. Dr. Yves-Junior Manzanza Lumingu und Prof. Dr. Stephan Gräf ausgerichtet und fand in Kooperation mit der Université de Kikwit statt. Kongolesische Doktorandinnen und Doktoranden sowie LL.M.-Studierende stellten in kurzen Vorträgen ihre Promotions- und Magisterprojekte vor. Die Beiträge und Diskussionen erfolgten in deutscher Sprache und boten Raum für einen intensiven fachlichen Austausch. An dem Forum nahmen zudem Professoren der JMU Würzburg teil und bereicherten mit ihren Fragen und Anregungen den Austausch mit den jungen kongolesischen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern.
Die Themen des ersten Teil des Forums, der dem Arbeits- und Sozialrecht gewidmet war, behandelten die arbeitsrechtliche Stellung von Führungskräften in einer Gesellschaft in rechtsvergleichender deutsch-kongolesischer Perspektive (Dieu-Merci Ngusu Masuta, Würzburg) sowie den Diskriminierungsschutz transgeschlechtlicher und nicht-binärer Personen im EU-Arbeits- und Sozialrecht (Kenny Iyav, Würzburg).
Der zweite Teil des Forums befasste sich mit dem (internationalen) Zivil- und Zivilverfahrensrecht. Hier ging es um die Regulierung privater Versicherungen in der Demokratischen Republik Kongo (Bénie Ikupasa Anginga, Gießen) sowie um die Auswirkungen von Systemen künstlicher Intelligenz auf die Streitbeilegung in klassischen Rechtsinstitutionen Afrikas aus der Perspektive des internationalen Privat- und Zivilprozessrechts (Gilbert Katanda; Kinshasa/Würzburg). Dieser Vortrag wurde im Übrigen online aus dem kürzlich von Prof. Manzanza in Kinshasa eröffneten „Deutschen Haus“ übertragen.
Der dritte Teil des Forums war dem öffentlichen Recht gewidmet. Diskutiert wurden Fragen der Berücksichtigung des Kindeswohls im Abschiebungsverfahren (Michel Muntasomo Kaling, Gießen), rechtliche Mechanismen zur Sicherung der Nachhaltigkeit der Waldwirtschaft im deutschen und kongolesischen Recht (Hervé Ngulu Boka, Gießen) und Herausforderungen, Chancen und Risiken des Tiefseebergbaus für die Volkswirtschaften von Entwicklungsländern (Taty Mukwayakala Tatiku, Kinshasa/Würzburg).
Nach dem offiziellen Ende des Forums klang die Veranstaltung bei einem gemeinsamen Abendessen im Würzburger Hofbräukeller aus, das den Teilnehmenden Gelegenheit zu weiterem persönlichem und fachlichem Austausch bot.
Ein besonderer Dank gilt dem Alumni-Verein der Juristischen Fakultät für die finanzielle Unterstützung des Kongo Forums Junge Rechtswissenschaft, ohne die die Durchführung der Veranstaltung in dieser Form nicht möglich gewesen wäre.
Hier finden Sie das Progamm.
Text: Dieu-Merci Ngusu Masuta
