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Im juristischen Bereich spielen interkulturelle Kontakte vornehmlich in der Anwaltspraxis eine immer größere Rolle. Dazu zählen etwa die Beratung von Mandanten aus einer fremden Kultur, die Aufarbeitung von spezifisch kulturell geprägten Rechtskonflikten, des Weiteren die Anbahnung internationaler Geschäftsabschlüsse, insbesondere in der muslimischen oder ostasiatischen Welt. Auch die Rechtsanwendung hat es zunehmend mit Fragestellungen zu tun, die sich durch eine interkulturelle Perspektive auszeichnen. Zu nennen sind etwa familienrechtliche Sachverhalte, bei denen ein Beteiligter oder sogar mehrere Beteiligte aus anderen Staaten und Kulturkreisen stammen. Besonders öffentlichkeitswirksam sind die interkulturellen Konflikte im Strafrecht, etwa im Zusammenhang mit der „Familienehre“ oder den „Ehrenmorden“, die die Tatgerichte schon mehrfach beschäftigt haben.

Der inhaltliche Beitrag der Juristischen Fakultät zum GSiK-Projekt ruht auf zwei Grundpfeilern. Der erste enthält die Grundbegriffe, Theorien und Denkmodelle, die sich hinter dem Begriff der interkulturellen Kompetenz verstecken. Der zweite befasst sich mit dem Verhältnis von Recht und Interkulturalität. Dies lässt sich aus drei Blickwinkeln konkretisieren:

Erstens, indem man versucht, Recht als kulturelles Phänomen zu begreifen.

Zweitens, indem man Rechtskonflikte mit interkulturellem Hintergrund analysiert (z.B. Kopftuchstreit, Ehrenmorde).

Drittens schließlich, indem man konkrete Inhalte ausländischen und internationalen Rechts betrachtet und zwar gerade in vergleichender Perspektive.