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Lehrstuhl für Öffentliches Recht und Europarecht

Erfolgreicher Abschluss eines gemeinsamen Promotionsverfahrens mit der Université Paris 1 Panthéon-Sorbonne

08.07.2026

Herr Cedric Lemke hat als erster von Herrn Prof. Dr. Markus Ludwigs betreuter Doktorand ein deutsch-französisches Promotionsverfahren, sog. Cotutelle de thèse, erfolgreich absolviert, an dem neben der Julius-Maximilians-Universität Würzburg die Université Paris 1 Panthéon-Sorbonne beteiligt war. Die Betreuung auf französischer Seite oblag Herrn Prof. Dr. Dr. h. c. David Capitant, Professor für Öffentliches Recht an der Université Paris 1 Panthéon-Sorbonne, Direktor des Zentrums für Deutsches Recht (Centre de droit allemand) sowie der Forschungsstelle für Rechtsvergleichung und ehemaliger Präsident der Deutsch-Französischen Hochschule.

Foto (bearbeitet): Michael Fürst

Die vorgelegte Schrift trägt den Titel „Grenzen der gerichtlichen Kontrolle des Verwaltungshandelns – außerrechtliche Maßstäbe und Erkenntnisdefizite“ („Limites du contrôle juridictionnel de l’action administrative – critères extra-juridiques et déficits cognitifs“). Herr Lemke beleuchtet darin die Thematik gerichtlicher Kontrollreduzierungen im Falle von außerrechtlichen tatsächlichen Erkenntnisdefiziten sowohl aus der Perspektive des deutschen als auch des französischen Verwaltungsrechts. Den Ausgangspunkt bildete der fundamentale Rotmilan-Beschluss des Bundesverfassungsgerichts vom 23. Oktober 2018, mit dem der Erste Senat einen allein auf Tatsachenfragen abstellenden Typus der begrenzten gerichtlichen Nachprüfung entwickelt hat. Dabei gelangt Herr Lemke zum Befund, dass die Haltung des französischen Richters bei der Überprüfung technischer Behördenentscheidungen und diejenige des deutschen Richters bei der Nachprüfung von außerrechtlich determiniertem Verwaltungshandeln bemerkenswerte Parallelen aufweisen.

Die Arbeit wurde an beiden Partneruniversitäten erstellt. Herr Lemke verbrachte hierzu in den Jahren 2022 und 2023 einen längeren Forschungsaufenthalt in Paris. Als Berichterstatter fungierte neben Herrn Ludwigs auf deutscher Seite Herr Dr. Xavier Volmerange, Maître de conférences HDR von der Université de Rennes, auf französischer Seite. Die Disputation fand unter dem Vorsitz von Frau Prof. Dr. Eva-Maria Kieninger an der Universität Würzburg statt. Dort präsentierte Herr Lemke seine Arbeit anhand von acht prägnanten Thesen und diskutierte diese mit der Prüfungskommission.

Die Entstehung der Arbeit wurde gefördert durch ein Promotionsstipendium der Hanns-Seidel-Stiftung, ein Stipendium des Deutsch-Französischen Doktorandenkollegs zur Rechtsvergleichung im öffentlichen Recht (Collège doctoral franco-allemand en droit public comparé) sowie ein Stipendium der Deutsch-Französischen Hochschule (Université franco-allemande). Zuvor hatte Herr Lemke einen integrierten deutsch-französischen Studiengang absolviert und in diesem Rahmen an der Université de Rennes einen Master en droit européen und die Licence en droit abgeschlossen. Die Promotion bot ihm Gelegenheit, seine Expertise in zwei Rechtsordnungen zu verbinden.

Weitere Informationen zu Herrn Prof. Dr. Dr. h. c. David Capitant finden Sie hier

  

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