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Prof. Dr. Florian Bien

SPB 7: Wettbewerb, Regulierung, Digitalisierung

Deutsches und europäisches Kartell- und Regulierungsrecht


Sprecher

Prof. Dr. Florian Bien (seit WS 2024 amtierend) und Prof. Dr. Markus Ludwigs im zweijährigen Wechsel (beginnend mit Prof. Bien im WS 2016/2017)

Dozenten

Prof. Dr. Florian Bien, Maître en Droit, Juristische Fakultät (Zivilrecht)

Prof. Dr. Markus Ludwigs, Juristische Fakultät (Öffentliches Recht)

Prof. Dr. Enrico Peuker, Juristische Fakkultät (Öffentliches Recht)

Dr. Christian Steinle, Rechtsanwalt und Partner, Gleiss Lutz, Stuttgart (Kartellsanktionenrecht), Lehrbeauftragter


Lehrveranstaltungen SPB 7 (StuPrO 2026)

Lehrveranstaltungen SWS Semester Dozent
Europäisches und deutsches Kartellrecht I (Grundlagen, Kartellverbot, Rechtsfolgen) 2 WiSe Bien
Europäisches und deutsches Kartellrecht II (Missbrauchsverbot, Fusionskontrolle) 2 SoSe Bien
Europäisches Daten- und Digitalrecht 2 WiSe Peuker/Bien
Europäisches und deutsches Kartellrecht III (Kartellsanktionenrecht: Straftaten und Ordnungswidrigkeiten) 1 WiSe Steinle
Europäisches und deutsches Regulierungsrecht I (Energierecht) 2 WiSe Ludwigs
Europäisches und deutsches Regulierungsrecht II (Telekommunikation) 2 SoSe Ludwigs
Examinatorium 1 WiSe Bien/Ludwigs
Studienarbeitsseminar 2 WiSe/SoSe Bien/Ludwigs/Peuker/Steinle
Gesamt 14    

Vorstellung der einzelnen angebotenen Lehrveranstaltungen

Europäisches und deutsches Kartellrecht I (Grundlagen, Kartellverbot, Rechtsfolgen)

Die Vorlesung Europäisches und deutsches Kartellrecht I führt in das Wettbewerbsrecht ein. Zen­tra­ler Gegenstand der Veranstaltung ist das Kartellverbot (Art. 101 AEUV und § 1 GWB). Absprachen zwischen Unternehmen über Preise, Mengen oder sonstige Wettbewerbsparameter können die Funktionsweise des Wettbewerbs und die Struktur von Märkten negativ beeinflussen. Sie sind daher grundsätzlich verboten. Die Rechtsfolgen von Verstößen gegen das europäische und deutsche Kartellrecht reichen von behördlichen Abstellungsverfügungen über empfindliche Geldbußen bis hin zum privaten Rechtsschutz (insbesondere Unterlassungs- und Schadensersatzklagen).

Europäisches und deutsches Kartellrecht II (Missbrauchsverbot, Fusionskontrolle)

Gegenstand der Vorlesung sind die das Verbot des Missbrauchs einer marktbeherrschenden Stellung (Art. 102 AEUV, §§ 18 - 20 GWB) und die Kontrolle von Unternehmenszusammenschlüsssen nach der europäischen Fusionskontrollverordnung und den §§ 35 ff GWB. Inhaltliche Schwerpunkte bilden die Abgrenzung des relevanten Marktes sowie einzelne Formen des Behinderungsmissbrauchs (Ausbeutungsmissbrauch, Kampfpreise, Kosten-Preis-Schere, missbräuchliche Rabattsysteme und Verweigerung des Zugangs zu wesentlichen Einrichtungen), außerdem das Verfahren und die Untersagungskriterien (Marktbeherrschungs- und SIEC-Test) in der Fusionskontrolle sowie der Digital Markets Act.

EU-Kartellrecht im globalen Kontext (nicht mehr Gegenstand des neuen SPB 7)

Die Globalisierung der Wirtschaftsbeziehungen führt zu vergrößerten Märkten. Darin liegt einerseits die Chance auf intensivierten Wettbewerb, andererseits drohen grenzüberschreitende Wett­bewerbsbeschränkungen. Diese stellen das Kartellrecht vor neue Herausforderungen. Gegenstand der Vorlesung sind zunächst die Voraussetzungen für die Anwendbarkeit des europäischen Kartellrechts auf Wettbewerbsbeschränkungen, die in Drittstaaten veranlasst werden, das internationale Kartelldeliktsrecht (Zuständigkeit welcher nationalen Gerichte und Anwendbarkeit welchen nationalen Kartelldeliktsrechts in internationalen Fällen?) und schließlich Formen der Kooperation zwischen europäischen und internationalen Kartellbehörden. Der vergleichende Blick auf das Kartellrecht und die Kartellrechtsdurchsetzung in anderen Jurisdiktionen wie etwa den USA erlaubt zudem einen kritischen Blick auf das eigene Recht.

Europäisches Daten- und Digitalrecht

Gegenstand der Vorlesung sind die europäischen Verordnungen betreffend die digitale und Plattformökonomie. Neben dem Digital Markets Act geht es u. a. um den Digital Services Act, die KI-VO, die P2B-VO, den Data Act und die DSGVO. Die Verordnungen, ihre unterschiedlichen Zielsetzungen und Regelungsansätze werden auch in ihrem Zusammenspiel untereinander sowie mit dem Primärrecht, insbesondere den Art. 101 und 102 AEUV, vorgestellt.

Europäisches und deutsches Kartellrecht III (Kartellsanktionenrecht: Straftaten und Ordnungswidrigkeiten)

Gegenstand der Vorlesung sind die einschlägigen Straftat- (§ 298 StGB) und Bußgeldtatbestände (Art. 23 VO 1/2003; § 81 GWB). Ferner werden die Grundzüge des europäischen und deutschen Kartell­buß­geld­verfahrens behandelt. Die Besonderheit liegt darin, dass sich die kartellrechtlichen Bußgeld­tatbestände an Unternehmen richten, die beinahe durchgängig als juristische Personen organisiert sind. Dabei drohen empfindliche Bußgeldsanktionen von bis zu 10 % des Jahreskonzernumsatzes.

Europäisches und deutsches Regulierungsrecht I (Energierecht)

Im Zentrum der Veranstaltung steht zunächst das europäische und deutsche Energiewirtschaftsrecht. Kerninhalte bilden insoweit das System der Netzzugangs- und Entgeltregulierung, die Regulierung durch Unbundling sowie die Steuerung des Netzausbaus im Kontext der Energiewende. Darüber hinaus werden auch die drei Säulen des Energieumweltrechts, namentlich der Emissions­rechtehandel, die Steigerung der Energieeffizienz und insbesondere die Fördermechanismen bei erneuerbaren Energien behandelt. Einen weiteren Gegenstand der Vorlesung bildet schließlich ein Überblick zum Atomrecht, wobei der Fokus auf dem Atomausstiegsrecht (einschließlich des Rechtsrahmens für die Endlagersuche) liegt.

Europäisches und deutsches Regulierungsrecht II (Telekommunikation)

Herzstück der Veranstaltung ist das in erheblichem Maße durch unionsrechtliche Direktiven vorgeprägte Telekommunikationsrecht. Inhaltliche Schwerpunkte bilden hier zum einen das System der Marktregulierung (Marktregulierungsverfahren, Zugangs- und Entgeltregulierung), die Vergabe von Frequenzen, Nummern und Wegerechten sowie die Regeln über den Universaldienst. Zum anderen werden auch organisationsrechtliche Aspekte (wie die Stellung der Bundesnetzagentur als Regulierungsbehörde) und Rechtsschutzfragen (wie das Ausmaß behördlicher Entscheidungs­spielräume) beleuchtet. Die Bezüge zum Allgemeinen Verwaltungsrechts werden, dem Charakter des Telekommunikationsrechts als modernem Referenzgebiet entsprechend, durchgängig einbezogen. Ein vergleichender Überblick zum Postrecht rundet die Vorlesung ab.

Berufliche Perspektiven

(Groß-)Kanzleien, Unternehmensjuristen, Justiz (u.a. spezialisierte Kartellkammern), Behörden und Institutionen (z.B. EU-Kommission, Ministerien, Bundeskartellamt, Bundesnetzagentur, Landeskartell- und Landesregulierungsbehörden, Monopolkommission)

Lehrveranstaltungen im Sommersemester 2026

Kartellrecht II (Missbrauchsverbot, Fusionskontrolle) Prof. Dr. Florian Bien Donnerstag, 13-15 Uhr HS III Alte Universität
EU-Kartellrecht im globalen Kontext Prof. Dr. Florian Bien Donnerstag, 15-17 Uhr im vierzehntäglichen Wechsel HS IV Alte Universität
Seminar im SPB 8 Atypische Fomen der Verhaltenskonzertierung RA Dr. Christian Steinle, Prof. Dr. Florian Bien 10. und 11.7.26, 14-16 Uhr HS IV Alte Universität
Europäisches und deutsches Regulierungsrecht II (Telekommunikation) Prof. Dr. Markus Ludwigs Blockveranstaltung 21.-30.4.26 (Termine und Räume siehe unten)
Empfohlene Vertiefungsveranstaltung: Konversatorium zum Kartellrecht II Fabian Fischer Donnerstag, 15-17 Uhr im vierzehntäglichen Wechsel HS IV (Alte Universität)

Termine und Räume zur Blockveranstaltung: Europäisches und deutsches Regulierungsrecht II (Telekommunikation)

Dienstag, 21.4.26, 12-16 Uhr HS IV, Alte Universität
Mittwoch, 22.4.26, 9-15 Uhr Seminarraum Peking, Alte IHK
Donnerstag, 23.4.26, 8-12 Uhr Seminarraum Peking, Alte IHK
Dienstag, 28.4.26, 12-16 Uhr HS IV, Alte Universität
Mittwoch, 29.4.26, 9-13 Uhr Seminarraum Peking, Alte IHK
Donnerstag, 30.4.26, 8-12 Uhr Seminarraum Peking, Alte IHK

Exkursionen

In regelmäßigem Abstand veranstaltet der Lehrstuhl von Prof. Bien für Teilnehmer des SPB 8 sowie weitere interessierte Studierende Exkursionen zu Gerichten und Anwaltskanzleien, die auf das Kartellrecht spezialisiert sind. Die dort veranstalteten Workshops und Seminarveranstaltungen erlauben den Studierenden einen Einblick in die Praxis der Kartellrechtsanwendung.

2022

November: Führung durch den EuGH, Gespräch mit Dr. Kellerbauer, Rechtsberater der Europäischen Kommission und Besuch einer Verhandlung vor dem Europäischen Gericht in Luxemburg

2023

März: Kartellrechtsworkshop bei der Kanzlei CMS in Stuttgart (RA Dr. Rolf Hempel)

März: Kolloquium zum Sportkartellrecht und Besuch einer Verhandlung vor dem Kartellsenat des BGH in Karlsruhe (Dr. Björn Becker, Prof. Dr. Wolfgang Kirchhoff)

2024

Mai: Workshop Internationale Fusionskontrolle in der Kanzlei COMMEO in Frankfurt (RAin Isabel Oest und Dr. Argyro Triantafyllou)

2025

Januar: Workshop Interne Untersuchung eines Kartellfalls in der Kanzlei Gleiss Lutz in Stuttgart (RAin Dr. Andrea Preuße und Team)                     

Juli: Schwerpunktseminar "Kartellarbeitsrecht" in der Kanzlei Gleiss Lutz in Stuttgart (RA Prof. Dr. Diller, RA Dr. Christian Steinle und Team)         

November: Schwerpunktseminar "Kartellrechtsdurchsetzung durch Schiedsgerichte" in der Kanzlei Oppenländer in Stuttgart (RA Dr. Ulrich Klumpp und Team)

 

2026

Januar: Workshop Kartellrecht und Fusionskontrolle bei Milbank LLP in München

Juli: Schwerpunktseminar Kartellrecht bei Gleiss Lutz in Frankfurt

November: Exkursion zur Bundesnetzagentur, Bonn, mit Kolloquium zu Recht und Ökonomie der Netz- und Digitalregulierung (Prof. Dr. Markus Ludwigs)

 

Berichte von einzelnen Veranstaltungen finden sich hier.

Alter Schwerpunktbereich 8 (StuPrO 2008) Wettbewerb und Regulierung

Trotz Inkrafttretens der neuen StuPrO 2026 mit Beginn des Sommersemesters 2026 läuft der alte Schwerpunktbereich für diejenigen Studierenden, die nicht in die neue Studienordnung wechseln möchten, weiter. Für die Kandidatinnen und Kandidaten des bisherigen Schwerpunktbereichs 8 (StuPrO 2008) bleibt es beim bisherigen Curriculum einschließlich der Vorlesung „EU-Kartellrecht im globalen Kontext“ und ohne die neue Vorlesung „Europäisches Daten- und Digitalrecht“. In einem Übergangszeitraum werden studienabschließende Klausuren sowohl zum alten als auch zum neuen Schwerpunktbereich angeboten.

Das bisherige Curriculum des SPB 8 (StuPrO 2008) gestaltete sich wie folgt:

Lehrveranstaltungen SPB 8 (alt)

Lehrveranstaltungen SWS Semester Dozent
Europäisches und deutsches Kartellrecht I (Grundlagen, Kartellverbot, Rechtsfolgen) 2 WiSe Bien
Europäisches und deutsches Kartellrecht II (Missbrauchsverbot, Fusionskontrolle) 2 SoSe Bien
EU-Kartellrecht im globalen Kontext 2 WiSe Bien
Europäisches und deutsches Kartellsanktionenrecht (Straftaten und Ordnungswidrigkeiten) 1 WiSe Steinle
Europäisches und deutsches Regulierungsrecht I (Energierecht) 2 WiSe Ludwigs
Europäisches und deutsches Regulierungsrecht II (Telekommunikation und Post) 2 SoSe Ludwigs
Examinatorium 1 WiSe Bien/Ludwigs
Seminar 2 WiSe/SoSe Bien/Ludwigs
Gesamt 13