Kolloquium 2025
Bildnachweise: Fachsprachen und ausländisches Recht
Kolloquium der Deutsch-Mexikanischen Juristenvereinigung in Kooperation mit dem Fachsprachenprogramm und dem Institut für internationale Rechtbeziehungen der FernUniversität Hagen.
Das spanischsprachige Kolloquium fand im Jahr 2025 in Berlin statt. Dieses Jahr wurde den Teilnehmern ein Einblick in die aktuelle Themen über das Freihandels- und Investitionsrecht im Rahmen des T-MEC, Steuerrecht, künstlicher Intelligenz, Machtkonzentration und Kontrollmechanismen in Mexiko sowie die Beilegung internationaler Wirtschaftsstreitigkeiten vor den neuen deutschen Commercial Courts mit Führung durch dessen Gebäude verschafft.
Donnerstag, 09. Oktober 2025
Ab 11.00 Uhr: Mitgliederversammlung DMJV e.V.
12.00 – 14.00 Uhr: Gemeinsames Mittagessen
14.00 – 14.15 Uhr: Eröffnung der Tagung und Begrüßung Prof. Dr. Karl August Prinz von Sachsen-Gessaphe, Präsident der DMJV sowie Vorsitzender des Instituts für internationale Rechtsbeziehungen der FernUniversität Hagen und Direktor der Abt. Recht der Iberoamerikanischen Staaten
14.15 – 14.45 Uhr: Grußwort S.E. des Botschafters von Mexiko, Francisco Quiroga Fernández
14.45 – 15.30 Uhr: “Inteligencia Artificial : su regulación, problemática e implementación en la carrera de derecho y en el sistema judicial mexicano” (online) Prof. Luis Fernando Robledo Vega, (LL.M. Bristol), UASLP
15.30 – 15.45 Uhr: Diskussion zu dem Vortrag von Robledo
15.45 – 16.00 Uhr: Kaffeepause
16.00 – 16.45 Uhr: “Desafíos Democráticos y Estado de Derecho : Concentración de Poder y Contrapesos Institucionales” (online) Juan Pablo Campos González, Fundación Konrad Adenauer A.C.
16.45 – 17.00 Uhr: Diskussion zu dem Vortrag von Campos
17.00 – 17.45 Uhr: “Obligaciones fiscales de los extranjeros que realicen actividades económicas en México” (online) Prof. Dr. Vicente Torre Delgadillo, UASLP
17.45 – 18.00 Uhr: Diskussion zu dem Vortrag von Torre
18.00 – 18.30 Uhr: “Miradas cruzadas: El notariado en México y Alemania” (híbrida) Lic. Patrick Strassburger Weidmann, Notario 59 de la Ciudad de México y Robert Alexander Kugler, Rechtsanwalt und Notar, Berlin
18.30– 18.45 Uhr: Diskussion zu den Vorträgen von Strassburger und Kugler
18.45– 19.00 Uhr: Zusammenfassung des Tages und Schlusswort
19.30 Uhr: Gemeinsames Abendessen auf Selbstzahlerbasis (Ort wird noch bekanntgegeben)
Freitag, 10. Oktober 2025
9.00 Uhr: Eintreffen der Teilnehmer der Tagung im Kammergericht, Elßholzstraße 30-33, 10781 Berlin
9.15 – 9.30 Uhr: Begrüßung vor Ort
9.30 – 10.00 Uhr: „Die neuen Commercial Courts - Beilegung internationaler Wirtschaftsstreitigkeiten in Deutschland“ VRiKG Björn Retzlaff, Vorsitzender des Commercial Courts Berlin
10.00 – 11.00 Uhr: Führung der Teilnehmer durch das Gebäude des Kammergerichts durch eine Kollegin oder einen Kollegen des Commercial Courts
11.00 – 12.00 Uhr: Rückkehr der Teilnehmer zum Campus der FernUniversität Hagen, Neues Kranzler Eck, Kurfürstendamm 21, 3. OG, 10719 Berlin
12.00 – 13.30 Uhr: Gemeinsames Mittagessen
13.30 – 13.45 Uhr: “El libre comercio y la inversión extranjera en América del Norte se tambalean. ¿Está actuando Estados Unidos fuera del marco legal del T-MEC?” Ruana Beatris Moldovan, Universidad de Granada, Erasmus Studentin der Julius-Maximilians-Universität
13.45 – 14.00 Uhr: “Cuando el mar pierde: minería submarina y arbitraje internacional a la luz del reciente laudo del caso Odyssey Marine Exploration contra México” Clara Kunz, Studentin, Julius-Maximilians-Universität
14.00 – 14.15 Uhr: Diskussion zu den Vorträgen von Moldovan und Kunz
14.15 – 14.30 Uhr: Kaffeepause
14.30 – 15.15 Uhr: "Paros técnicos en materia laboral como consecuencia de la política de Trump" Prof. Fernando Robledo Blanco, MBA Bristol, Jefe de la División de Estudios de Posgrado de la Facultad de Derecho de la UASLP
15.15 –15.45 Uhr: Diskussion zu den Vorträgen von Robledo Blanco und Zusammenfassung des zweiten Tages und Schlusswort
ca. 16:00 Uhr Ende der Veranstaltung
Bericht zur Jahrestagung der Deutsch-Mexikanischen Juristenvereinigung e.V. am 09. und 10. Oktober in Berlin
Auch in diesem Jahr hatten Studierende des spanischen Fachsprachenprogramms der Juristischen Fakultät Würzburg die einmalige Möglichkeit, an der alljährlichen Tagung der Deutsch-Mexikanischen Juristenvereinigung e.V. (DMJV) am 09. und 10. Oktober 2025 teilzunehmen.
Diese fand in diesem Jahr in Berlin, in den Räumen der Fernuniversität Hagen, statt und bot einen spannenden Austausch zu aktuellen rechtlichen und politischen Themen in Mexiko und Deutschland.
Im Fokus der diesjährigen Tagung standen wie immer zentrale Fragen der internationalen Rechtsbeziehungen: vom Freihandels- und Investitionsrecht im T-MEC über steuerrechtliche Entwicklungen, künstlicher Intelligenz, bis hin zu aktuellen Debatten über Machtkonzentration und rechtsstaatliche Kontrolle in Mexiko.
Ergänzt wurde das Fachprogramm durch einen eindrucksvollen Besuch der neu geschaffenen Commercial Courts im Kammergericht Berlin.
Die enge Zusammenarbeit zwischen der DMJV und dem spanischen Fachsprachenprogramm der Julius-Maximilians-Universität Würzburg, aufgebaut durch Frau Dr. Murguía-Goebel, Leiterin des Fachsprachenprogramms für Spanisch und Französisch, reicht bereits bis ins Jahr 2010 zurück.
Seitdem trägt die regelmäßige Beteiligung von Studierenden maßgeblich dazu bei, diese Partnerschaft zu festigen. Für eine aktive Mitwirkung an der Tagung – insbesondere in Form eigener Vorträge – bereiten die Kurse „Discutiendo cuestiones legales y redacción jurídica“ sowie „Medios alternos de solución de conflictos en España y América Latina“ die Teilnehmenden gezielt auf inhaltliche Beiträge und fachliche Diskussionen vor.
Tag 1 – Donnerstag, 09. Oktober 2025
Eröffnet wurde das zweitägige Kolloquium durch Prof. Dr. Karl August Prinz von Sachsen-Gessaphe, Präsident der DMJV sowie Vorsitzender des Institutes für internationale Rechtsbeziehungen der Fernuniversität Hagen, der zu Beginn feierlich den Botschafter von Mexiko, Francisco Quiroga Fernández, empfing.
Dieser würdigte in seinem Grußwort die Bedeutung des interkulturellen Austauschs sowie angesichts der engen wirtschaftlichen und politischen Beziehungen zwischen beiden Ländern.
Den Grußworten des Botschafters von Mexiko folgte der erste Vortrag, gehalten von Prof. Luis Fernando Robledo Vega, der einst als Austauschstudent in Würzburg lebte und die Kurse des Fachsprachenprogramms der juristischen Fakultät bei Dozentin Dr. Murguía-Goebel besuchte.
Er beleuchtete das umfassende Thema der Künstlichen Intelligenz und stellte anschaulich dar, wie verschiedene Staaten rechtlich auf die technologischen Entwicklungen reagieren und hob die Potenziale der KI für das Jurastudium und das Rechtssystem in Mexiko hervor.
Im Anschluss folgte eine kritische Analyse des Rechtsstaats in Mexiko durch Juan Pablo Campos González, Projektmanager der Konrad-Adenauer-Stiftung in Mexiko. Vor dem Hintergrund der 2024 in Kraft getretenen Justizreform zur Richterwahl zeigte er aktuelle Tendenzen der Machtkonzentration sowie die damit verbundenen Herausforderungen für die rechtsstaatlichen Kontrollmechanismen auf.
Anschließend gab Prof. Dr. Vicente Torre Delgadillo von der Universidad Autónoma de San Luis Potosí einen Einblick in die steuerlichen Verpflichtungen von im mexikanischen Wirtschaftsraum tätigen Ausländerinnen und Ausländern. Der Vortrag bot den Teilnehmenden eine verständliche Darstellung komplexer steuerrechtlicher Rahmenbedingungen.
Der letzte Beitrag des Tages wurde von Notar Patrick Strassburger Weidmann aus Mexiko-Stadt sowie dem Berliner Notar und Rechtsanwalt Roland Krause gestaltet. In einem praxisbezogenen Ländervergleich stellten sie die Entwicklungen der Digitalisierung im Notariat in Mexiko und Deutschland gegenüber und zeigten anhand des Beispiels von Mexiko auf, wie technische Fortschritte traditionelle notarielle Arbeitsabläufe zunehmend beschleunigen können.
Mit einem gemeinsamen Abendessen in der Nähe des Kurfürstendamms klang der erste Tag der Jahrestagung in angenehmer Atmosphäre aus und bot Gelegenheit für persönlichen Austausch und vertiefende Gespräche.
Tag 2 – Freitag, 10. Oktober 2025
Der zweite Konferenztag begann im Kammergericht Berlin, wo die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zunächst von der Vizepräsidentin des Kammergerichtes Berlin (Name?) begrüßt wurden. Anschließend führte Björn Retzlaff, Vorsitzender Richter am Kammergericht und Vorsitzender des Commercial Courts Berlin, in die Thematik der neu geschaffenen Commercial Courts ein. In seinem Vortrag erläuterte er deren Zuständigkeiten, Ziele und Bedeutung für die Beilegung internationaler Wirtschaftsrechtsstreitigkeiten in Deutschland. Besonders hervorgehoben wurde dabei die zunehmende Relevanz spezialisierter Kammern im globalen Wettbewerb um effiziente und wirtschaftsnahe Streitbeilegung.
Im Anschluss erhielten die Tagungsmitglieder eine Führung durch das historische Gebäude des Kammergerichts, das älteste noch arbeitende Gericht Deutschlands, das einst Ort der Schauprozesse gegen die Beteiligten am Hitler-Attentat im Juli 1944 war und nach dem zweiten Weltkrieg zum Sitz des Alliierten Kontrollrats für Deutschland wurde. Die Führung bot somit nicht nur Einblicke in die Arbeitsweise der Justiz, sondern vermittelte zugleich ein lebendiges Bild der traditionsreichen Gerichtsarchitektur und ihrer Bedeutung für den deutschen Rechtsstaat.
Bevor nach der Rückkehr zum Campus der Fernuniversität Hagen die Beiträge der Studentinnen Ruana Beatris Moldovan und Clara Kunz folgten, bot das gemeinsame Mittagessen am Campus die Möglichkeit, sich über die Eindrücke des Kammergerichtes auszutauschen. Wie auch am Donnerstag konnten sich alle Teilnehmenden an einem ergiebigen Buffet erfreuen, das dank der Unterstützung der DMJV ermöglicht wurde.
Ruana Beatris Moldovan, Studentin der Universidad de Granada und Erasmus-Studentin an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg im Jahr 2024/25, widmete sich dem nordamerikanischen Freihandelsabkommen T-MEC und bot einen fundierten Überblick über die wirtschaftspolitischen Spannungen zwischen den USA und Mexiko.
Daran anschließend widmete sich Clara Kunz, Studentin der Julius-Maximilians-Universität Würzburg, einem aktuellen Fall des internationalen Investitionsrechts im T-MEC-Raum. Anhand der Entscheidung im Verfahren des US-amerikanischen Unternehmens Odyssey Marine Exploration gegen Mexiko zeigte sie das Spannungsfeld zwischen Meeresumweltschutz und Investitionsschutz auf und verdeutlichte eindrucksvoll, wie ökonomische Interessen und ökologische Verantwortung in der internationalen Schiedsgerichtsbarkeit verhandelt werden.
Mit einer kurzen Zusammenfassung der Beiträge und einem abschließenden Ausblick des Vorsitzenden, Prof. Dr. Karl-August Prinz von Sachsen-Gessaphe, endete die diesjährige Jahrestagung der Deutsch-Mexikanischen Juristenvereinigung am späten Nachmittag.
Wie auch in den vergangenen Jahren stellte die Teilnahme am Kolloquium für die Studierenden unseres Fachsprachenprogramms eine besondere Bereicherung dar und bot Eindrücke, die weit über den üblichen Studienalltag hinausgehen. Besonders geschätzt wurde die Gelegenheit, vor einem qualifizierten Fachpublikum aus beiden Ländern zu präsentieren und dabei wertvolle berufliche Kontakte zu knüpfen.
Unser Dank gilt der DMJV, der Fernuniversität Hagen sowie Frau Dr. Murguía-Goebel, deren Engagement und Unterstützung diese Erfahrung erst ermöglicht haben. Mit Blick auf das kommende Jahr blicken die Studierenden bereits gespannt auf weitere Gelegenheiten, sich aktiv in den Austausch zu internationalen Rechtsfragen einzubringen.
Zugleich möchten wir alle Interessierten einladen, sich am spanischen Fachsprachenprogramm zu beteiligen und zukünftige Veranstaltungen dieser Art mitzuerleben – eine Chance, die fachlich wie persönlich ausgesprochen lohnend ist.
Max Scheidel, 25.11.2025



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