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  • Drei Studierende tragen T-Shirts mit einem Aufdruck der Universität Würzburg.
  • none
  • Leuchtende digitale Formen vor einem blauen Hintergrund.
Juristische Fakultät

Jura und KI – das Würzburger Modell

03.08.2026

Würzburg startet in das Wintersemester mit seinem neuen Lehrkonzept zu Jura und KI. Die Vorlesung „Legal AI: Künstliche Intelligenz in der Rechtsanwendung" schult den KI-Einsatz und sensibilisiert für typische Fehler. Schriftliche Hausarbeiten können durch kluge Verwendung von KI verbessert werden – das entspricht der Berufspraxis und kann in Würzburg erlernt werden. Das eigene Textverständnis bleibt dabei eine zentrale Schlüsselqualifikation, hierfür werden neue Prüfungsformate entwickelt. Vertiefung in Rechts- und Methodenfragen der Digitalisierung bietet das studienbegleitende Zertifikat „Zukunftskompetenzen im Recht“ sowie – postgradual – das englischsprachige Masterprogramm „Digitalization and Law“. Alle Neuerungen finden Sie hier.

Symboldbild (Bild: AdobeStock_1653403868)
Symboldbild (Bild: AdobeStock_1653403868)

Legal AI als Bestandteil des Jurastudiums

Ab dem Wintersemester 2026/27 wird die neue zweistündige Vorlesung „Legal AI: Künstliche Intelligenz in der Rechtsanwendung“ verpflichtender Bestandteil des Studiums.

Die Studierenden erhalten einen fundierten Einblick in die Funktionsweise generativer KI und KI-gestützter Agenten. Sie lernen, juristische Aufgaben mithilfe von Prompt- und Context-Engineering zu bearbeiten sowie Rechtstexte automatisiert zu erschließen und zu verarbeiten. Zugleich setzen sie sich kritisch mit den Grenzen, Fehlerquellen und möglichen Verzerrungen von KI-Systemen auseinander. Behandelt werden auch die rechtlichen und ethischen Grundlagen von Legal Tech, u.a. die europäische KI-Verordnung, das Urheberrecht, das Kartellrecht, das Recht digitaler Märkte und das Strafrecht.

Begleitende Arbeitsgemeinschaften ermöglichen es, das Gelernte in kleinen Gruppen praktisch zu erproben. Die Vorlesung schließt mit einer beliebig wiederholbaren Klausur ab. Ihr Bestehen ist künftig Voraussetzung für die Teilnahme an den Übungen für Fortgeschrittene.

Legal Coding ohne Vorkenntnisse

Als freiwilliges Angebot wird die Veranstaltung „Legal Coding: Einführung in die Programmierung im Recht“ fortgeführt.

Die Studierenden erwerben Grundkenntnisse in Python und lernen, mithilfe KI-gestützter Programmierung eigene kleine Anwendungen für die juristische Arbeit zu entwickeln. Programmierkenntnisse werden nicht vorausgesetzt.

Zusatzqualifikation durch das KI-Zertifikat

Studierende können außerdem das Zertifikat „Zukunftskompetenzen im Recht: Legal Tech, Künstliche Intelligenz und Legal Data Science“ erwerben.

Angerechnet werden Vorlesungen, Konversatorien, Blockkurse, Tagungen und Vorträge. Zu den regelmäßig angebotenen Veranstaltungen gehören etwa:

  • „Legal AI: Künstliche Intelligenz in der Rechtsanwendung"
  • „Legal Coding“
  • „Europäisches Daten- und Digitalrecht“
  • „Datenschutzrecht“
  • „Machine Ethics“
  • „Robot Law/AI Law“
  • das Würzburger Legal Data Science Forum

Das Zertifikat wird nach dem Erwerb von 20 Punkten ausgestellt. Informationen und Anmeldungen erfolgen über einen WueCampus-Raum.

Drei statt fünf Hausarbeiten

Ab dem Sommersemester 2027 werden im Jurastudium in Würzburg nur noch drei statt bislang fünf Hausarbeiten geschrieben.

Erhalten bleiben die Hausarbeiten im Zivilrecht und im Öffentlichen Recht im Grundstudium sowie eine Hausarbeit in der Übung für Fortgeschrittene im Strafrecht. In den Übungen für Fortgeschrittene im Zivilrecht und im Öffentlichen Recht sind künftig jeweils zwei von vier Klausuren zu bestehen.

Die Fakultät entlastet damit die Studierenden, ohne auf Hausarbeiten als wichtige Lern- und Prüfungsform zu verzichten. Sie dienen weiterhin dazu, Rechtsprechung und Literatur kritisch auszuwerten, juristische Probleme eigenständig zu strukturieren und wissenschaftliches Argumentieren einzuüben.

KI bei Hausarbeiten verantwortungsvoll nutzen

Generative KI darf künftig grundsätzlich auch bei Hausarbeiten eingesetzt werden, sofern die Nutzung transparent offengelegt wird. Unzulässig bleibt es, eine Arbeit vollständig durch KI erstellen zu lassen.

Die Verantwortung für Inhalt, Richtigkeit und Vollständigkeit liegt weiterhin bei den Studierenden. KI-generierte Ergebnisse müssen kritisch überprüft, rechtlich eingeordnet und anhand einschlägiger Rechtsprechung und Literatur belegt werden.

Hausarbeiten dienen damit künftig auch der Schulung praktischer KI-Kompetenzen. Studierende lernen, digitale Werkzeuge sinnvoll einzusetzen, ohne das eigene juristische Denken zu ersetzen.

Tradition und Moderne im Jurastudium

Das Jurastudium in Würzburg verbindet damit eine anspruchsvolle Ausbildung in den juristischen Kernfächern mit einer frühzeitigen Vorbereitung auf die digitale Rechtspraxis.

Die neuen Lehrangebote starten bereits im Wintersemester 2026/2027 zunächst freiwillig. Die neuen Studienregelungen treten grundsätzlich zum Sommersemester 2027 in Kraft. Die Zulassung von KI bei Hausarbeiten gilt bereits ab sofort. Für Studierende mit früherem Studienbeginn werden Übergangsregelungen bekannt gegeben.

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