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Juristische Fakultät

"Cotutelle de Thèse" - Erfolgreiche deutsch-französische Promotion zwischen Würzburg und Paris

20.07.2026

Dr. Cedric Lemke hat als erster von Prof. Dr. Markus Ludwigs betreuter Doktorand erfolgreich eine deutsch-französische "Cotutelle de thèse" zwischen der Julius-Maximilians-Universität Würzburg und der Université Paris 1 Panthéon-Sorbonne abgeschlossen. In seiner rechtsvergleichenden Dissertation zu den Grenzen der gerichtlichen Kontrolle des Verwaltungshandelns untersucht er Parallelen zwischen dem deutschen und französischen Verwaltungsrecht. Die Promotion unterstreicht damit die enge wissenschaftliche Zusammenarbeit der beiden Universitäten und die Bedeutung grenzüberschreitender Forschung im europäischen Hochschulraum.

Bild: Michael Fürst
Bild: Michael Fürst

Mit der vorgelegte Dissertation „Grenzen der gerichtlichen Kontrolle des Verwaltungshandelns – außerrechtliche Maßstäbe und Erkenntnisdefizite“ („Limites du contrôle juridictionnel de l’action administrative – critères extra-juridiques et déficits cognitifs“), beleuchtet Herr Lemke die Thematik gerichtlicher Kontrollreduzierungen im Falle von außerrechtlichen tatsächlichen Erkenntnisdefiziten sowohl aus der Perspektive des deutschen als auch des französischen Verwaltungsrechts.

Den Ausgangspunkt des Forschungsvorhabens bildete der fundamentale Rotmilan-Beschluss des Bundesverfassungsgerichts vom 23. Oktober 2018, mit dem der Erste Senat einen allein auf Tatsachenfragen abstellenden Typus der begrenzten gerichtlichen Nachprüfung entwickelt hat. Dabei gelangt Herr Lemke zum Befund, dass die Haltung des französischen Richters bei der Überprüfung technischer Behördenentscheidungen und diejenige des deutschen Richters bei der Nachprüfung von außerrechtlich determiniertem Verwaltungshandeln bemerkenswerte Parallelen aufweisen.

Grenzüberschreitende Forschung zwischen Würzburg und Paris

Die Arbeit wurde an beiden Partneruniversitäten, der Julius-Maximilians-Universität Würzburg und der Université Paris 1 Panthéon-Sorbonne, erstellt. Herr Lemke verbrachte hierzu in den Jahren 2022 und 2023 einen längeren Forschungsaufenthalt in Paris. Die Betreuung auf französischer Seite oblag dabei Herrn Prof. Dr. Dr. h. c. David Capitant, Professor für Öffentliches Recht an der Université Paris 1 Panthéon-Sorbonne, Direktor des Zentrums für Deutsches Recht (Centre de droit allemand) sowie der Forschungsstelle für Rechtsvergleichung und ehemaliger Präsident der Deutsch-Französischen Hochschule. Als Berichterstatter fungierte neben Herrn Ludwigs auf deutscher Seite Herr Dr. Xavier Volmerange, Maître de conférences HDR von der Université de Rennes, auf französischer Seite. Die Disputation fand unter dem Vorsitz von Frau Prof. Dr. Eva-Maria Kieninger an der Universität Würzburg statt. Dort präsentierte Herr Lemke seine Arbeit anhand von acht prägnanten Thesen und diskutierte diese mit der Prüfungskommission.

Bi-nationales Promotionsverfahren

Im Zuge einer "Cotutelle", einer bi-nationalen Promotion, können Promovierende den Doktorgrad simultan an zwei Hochschulen erwerben. Insbesondere wenn eine Promotionsschrift die Perspektive zweier Rechtssysteme einnehmen und diese in Beziehung zueinander setzen soll, bedeutet eine Betreuung über Ländergrenzen hinweg einen signifikanten Mehrwert. Für den organisatorischen Rahmen wird ein Cotutelle-Vertrag zwischen den betreuenden Universitäten und Fakultäten geschlossen. Ziel ist es, die grenzüberschreitende Zusammenarbeit der Forschung im internationalen Hochschulraum sowie die Mobilität der Promovierenden zu intensivieren. Weitere Informationen der JMU als Hilfestellung für Interessierte finden Sie hier.

Großzügige Förderstipendien

Die Entstehung der Arbeit wurde gefördert durch ein Promotionsstipendium der Hanns-Seidel-Stiftung, ein Stipendium des Deutsch-Französischen Doktorandenkollegs zur Rechtsvergleichung im öffentlichen Recht (Collège doctoral franco-allemand en droit public comparé) sowie ein Stipendium der Deutsch-Französischen Hochschule (Université franco-allemande). Zuvor hatte Herr Lemke einen integrierten deutsch-französischen Studiengang absolviert und in diesem Rahmen an der Université de Rennes einen Master en droit européen und die Licence en droit abgeschlossen. Die Promotion bot ihm Gelegenheit, seine Expertise in zwei Rechtsordnungen zu verbinden.


Weitere Informationen zu Herrn Prof. Dr. Dr. h. c. David Capitant finden Sie hier

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