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    Lehrstuhl für Bürgerliches Recht, Europäisches Wirtschaftsrecht, Internationales Privat- und Prozessrecht sowie Rechtsvergleichung

    Der Willem C. Vis Moot Court

     

     

    Was ist der Willem C. Vis Moot?

    Der Willem C. Vis International Commercial Arbitration Moot Court ist ein internationaler Wettbewerb zwischen Jurastudenten, die in simulierten Schiedsgerichtsverhandlungen gegeneinander antreten. Er findet jedes Jahr in der Woche vor Ostern in Wien statt. Namensgeber des Moot Courts ist der ehemalige Generalsekretär der United Nations Commission on International Trade Law (UNCITRAL), Willem C. Vis.

     

    Zielsetzung

    Der Vis Moot soll den Studenten die Rechtsgebiete der Schiedsgerichtsbarkeit und des UN-Kaufrechts (CISG) näher bringen, die in der Praxis des internationalen Handels äußerst wichtig sind, im Jurastudium aber meist keine Rolle spielen. Indem sich Jurastudenten aus der ganzen Welt mit dem gleichen Sachverhalt zu diesen Rechtsgebieten beschäftigen und eine überzeugende rechtliche Argumentation zu entwickeln versuchen, soll die weltweite Rechtsvereinheitlichung gefördert werden, die sich UNCITRAL zur Aufgabe gemacht hat. Dabei sollen den Teilnehmern Kontakte zu Juristen anderer Kulturkreise vermittelt werden, um ihnen einen Blick über den Tellerrand der eigenen heimischen Rechtsordnung zu ermöglichen. Zugleich sollen ihre argumentativen und rhetorischen Fähigkeiten geschult werden.

     

     

    Ablauf

    Der Vis Moot dauert etwa sechs Monate. Er beginnt jedes Jahr Anfang Oktober und gliedert sich in zwei Hauptphasen. In der „written phase“ müssen die Teilnehmer anhand des gestellten Sachverhalts eine Klageschrift (memorandum for Claimant) sowie eine Replik auf die Klageschrift eines anderen Teams (memorandum for Respondent) verfassen. Dabei müssen Argumente der Parteien rechtlich gewürdigt und im Sachverhalt versteckte Rechtsprobleme überzeugend gelöst werden, um das Schiedsgericht von der Position der jeweilig vertretenen Partei zu überzeugen. Die Veranstalter achten dabei darauf, dass den Teams aus Ländern des römisch-germanischen Rechtskreises (civil law countries), etwa Deutschland, Schriftsätze von Teams aus dem anglo-amerikanischen Rechtskreis (common law countries) zugeordnet werden, etwa eine Klageschrift einer englischen oder indischen Universität. Die Teilnehmer werden dadurch mit neuen, in ihrem jeweiligen Rechtskreis vielleicht ungewohnten Perspektiven und Herangehensweisen konfrontiert.

    In der zweiten Phase, der „oral phase“, müssen die Teilnehmer die ausgearbeiteten Argumente vor fiktiven Schiedsgerichten vortragen, die mit erfahrenen Praktikern und Wissenschaftlern des Schiedsrechts besetzt sind, und gegen ein anderes Team verteidigen, jeweils als Kläger- oder Beklagtenvertreter. Diese Phase findet im März in Wien statt und ist die wichtigste Phase des Wettbewerbs. Sie wird von den Teams schon Wochen zuvor durch die Teilnahme an nationalen und internationalen Probeverhandlungen mit anderen Teams vorbereitet. In mehreren Runden werden dabei die besten von mehr als 300 teilnehmenden Teams ermittelt.   

     

     

    Prestige

    Der Willem C. Vis Moot Court ist einer der prestigeträchtigsten Moot Courts weltweit. Das liegt einerseits an seiner Nähe zu UNCITRAL, andererseits an den zum Teil äußerst renommierten Schiedsrichtern und zahlreichen bekannten Sponsoren, etwa Schiedsinstitutionen oder den weltweit führenden Wirtschaftskanzleien. Dies und die hohen Anforderungen an das Durchhaltevermögen der Teilnehmer sorgen dafür, dass viele Kanzleien und Firmen bevorzugt ehemalige Teilnehmer des Vis Moot rekrutieren. Der Moot ist für Teilnehmer häufig die Eintrittskarte in die berufliche Welt des internationalen Handelsrechts.

     

     

    Das Team Würzburg

    Seit dem Wintersemester 2009/2010 nimmt auch die Universität Würzburg am Willem C. Vis Moot Court teil. Er wird von Frau Professor Dr. Eva-Maria Kieninger, Herrn Professor Dr. Florian Bien und Herrn Professor Dr. Oliver Remien akademisch geleitet und von einem Team aus Mitarbeitern ihrer Lehrstühle betreut. So haben schon mehrere Jahrgänge teilnehmender Studenten beim Vis Moot wertvolle Erfahrungen sammeln können und ihre Universität würdig vertreten. 

     

     

     

    Was bringt der Vis Moot Court Studenten?

    Der Vis Moot vermittelt zahlreiche Fähigkeiten, die im späteren Berufsleben von großer Bedeutung sind: Teamfähigkeit, Belastbarkeit und sicheres Auftreten auch in Stresssituationen. Auch für das Jurastudium ist der Vis Moot wertvoll. So lernen die Teilnehmer nicht nur hervorragendes Rechtsenglisch, sondern erhalten auch eine rhetorische Ausbildung, die in späteren mündlichen Prüfungen von unschätzbarem Wert ist. Nebenbei bekommen die Teilnehmer einen tiefen Einblick in die Welt des internationalen Rechts und knüpfen internationale Kontakte, die beruflich wie privat wertvoll sind.

    Da die Teilnahme am Vis Moot zeitlich kein geregeltes Jurastudium erlaubt, erhalten die Teilnehmer eine sechsmonatige Freischussverlängerung nach § 37 Abs. 4 JAPO. Seit dem Sommersemester 2016 erhalten die Teilnehmer zudem einen Fremdsprachenschein nach § 24 Abs. 2 JAPO.

     

    Bewerbungsverfahren

    Am Donnerstag, den 23. Mai 2019, 14 Uhr findet im Hörsaal III (Alte Uni) eine Informationsveranstaltung statt, bei dem sich die Coaches des zukünftigen Teams und ehemalige Teilnehmer vorstellen, den Vis Moot präsentieren und Fragen beantworten.
    Interessierte Studenten werden gebeten, bis zum 14. Juni 2019 ihren Lebenslauf und ein kurzes englisches Motivationsschreiben an 
    vismoot@jura.uni-wuerzburg.de zu senden. Im Anschluss daran wird ein Auswahlverfahren in englischer Sprache stattfinden.